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Thomas Bleile zu Besuch beim Weißen Ring

Villingen-Schwenningen – Seit 1976 setzt sich der Weiße Ring als „Gemeinnütziger Verein zur Unterstützung von Kriminalitätsopfern und zur Verhütung von Straftaten“ ein.

Jochen Link und Thomas Bleile

Thomas Bleile, Bundestagskandidat für Bündnis 90/DIE GRÜNEN im Wahlkreis Schwarzwald-Baar/Oberes Kinzigtal, besuchte die Außenstelle Schwarzwald-Baar-Kreis, die von Jochen Link geleitet wird.

 

Eine Vielfalt von Themen besprachen Bleile und Link: Die häusliche Gewalt hat, so Link, im Schwarzwal-Baar-Kreis in der Covid-19-Pandemie nicht zugenommen, wo es bereits Konflikte gab, haben sich diese aber verstärkt.

 

Viel Einigkeit gab es beim Thema Hass im Netz: Das Internet ist kein rechtsfreier Raum, verbale Gewalt kann die Opfer tief treffen und andere zu Gewalt anstiften. Aus Worte werden Taten – das habe auch der grausame Mord von Idar-Oberstein gezeigt. Verbale Angriffe im Netz bleiben zudem archiviert – sie verschwinden nicht einfach mit dem Augenblick der Tat und stellen so eine besonders starke psychische Belastung für die Opfer dar.

 

Weitere Gesprächsthemen waren Migration und Geschlechtergerechtigkeit im Täter- und Opferkontext. Der Weiße Ring ist auch in der Prävention tätig und will deshalb wissen, warum es zu Straftaten komme und wie man deren Entstehung vermeiden kann. Aus Gesprächen mit Kriminologen*innen berichtete Link, dass zwar bestimmte Taten auf den ersten Blick häufiger von Menschen mit Migrationshintergrund begangen werden. Vergleiche man dies aber mit Personen ohne Migrationshintergrund desselben Geschlechts und aus derselben Altersschicht sowie gegebenenfalls mit ähnlichen sozialen Hintergründen, nivelliere sich die Beobachtung. Der soziale Hintergrund sei oft ausschlaggebend, um Straftaten zu verhindern, nicht der kulturelle.

 

Auf Bleiles Nachfrage sprach Link noch zwei konkrete Probleme an, derer sich die Politik – und insbesondere auch eine neue Bundesregierung – annehmen sollte.

 

Als K.-o.-Tropfen können Reinigungsmittel auf Basis von GBL (Gamma-Butyrolacton) verwendet werden, die zur Bewusstlosigkeit führen können. Die Lösung: Reinigungsmitteln müssen Bitterstoffe zugefügt werden, sodass die Tropfen beim Verzehr sofort ausgespuckt werden. Solche Stoffe sind beispielsweise auch Kinder-Shampoos beigefügt, damit Kinder diese nicht versehentlich schlucken. Bleile sicherte zu, sich im Falle seines Einzuges ins Parlament für entsprechende Auflagen einzusetzen.

 

Als zweites Problem nannte Link die ärztliche Schweigepflicht von Kinderärzt*innen, die bei einem behandelten Kind sexuellen Missbrauch vermuten. Wird ein entsprechender Verdacht geäußert, so wechseln die Eltern häufig die Praxis, ohne dass die neue Praxis in irgendeiner Weise von diesem Verdacht in Kenntnis gesetzt werden kann. Hier muss die ärztliche Schweigepflicht zumindest eine Austauschmöglichkeit unter Kinderärzt*innen bei Hinweisen auf eine Kindesmisshandlung erlauben, was aber nur der Bundesgesetzgeber regeln kann. Auch dieser Forderung konnte sich Bleile nur anschließen.

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