Stolpersteine machen Erinnerung in VS erlebbar

Ortsverband und Gemeinderatsfraktion von BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN in Villingen-Schwenningen freuen sich über die breite Zustimmung zur Verlegung von Stolpersteinen. Fraktionsübergreifende Zusammenarbeit wird begrüßt.

Im dritten Anlauf hat der Gemeinderat in Villingen-Schwenningen heute der Verlegung von Stolpersteinen im Rahmen des bekannten Kunstprojektes von Gunter Demnig zugestimmt. Damit reiht sich Villingen-Schwenningen in über 1.300 Kommunen europaweit ein, in denen mittlerweile mehr als 70.000 Stolpersteine jeweils an lokale Opfer der Nazi-Herrschaft erinnern. Frühere Versuche die Genehmigung für die Verlegung zu erreichen, waren 2004 und 2013 – aus Sicht der Grünen völlig unverständlich – im Gemeinderat gescheitert.

Nach der Neuwahl des Gemeinderates im letzten Jahr kam das Thema heute in einem fraktionsübergreifenden Antrag, unterstützt von 22 Stadträten und Stadträtinnen aus fünf Fraktionen, wieder auf die Tagesordnung. Als jüngstes Mitglied des Gemeinderats begründete Stadträtin Constanze Kaiser von den Grünen den Antrag in einer berührenden Rede. Sie ist Gründungsmitglied des 2014 ins Leben gerufenen Vereins „Pro Stolpersteine VS“, der sich bis heute mit Nachdruck für diese Form des Gedenkens auch in Villingen-Schwenningen eingesetzt hat.

Erinnerung darf und muss vielfältig sein. Gerade durch die Stolpersteine kommt unsere Stadt der Verpflichtung nach, Geschichten weiterzuerzählen, um Geschichte lebendig zu halten“, sagte Constanze Kaiser und schilderte das berührende Schicksal von unbescholtenen Bürgern und Bürgerinnen aus Villingen und Schwenningen, die den Gräueltaten des Nationalsozialismus zum Opfer fielen.

Die Gemeinderatsfraktion und der hiesige Ortsverband der Grünen freuen sich, dass damit der Verlegung der spendenfinanzierten Stolpersteine nun nichts mehr im Wege steht. Gerade in einer Zeit, in der einige Kräfte wieder versuchen, aus der Ausgrenzung und Diffamierung von Minderheiten und Andersdenkenden politisches Kapital zu schlagen, ist dieses Eintreten für die Erinnerung besonders wichtig.

Es hat uns besonders gefreut, dass sich für diesen Antrag eine breite fraktionsübergreifende Mehrheit gefunden hat. Wir haben soeben erlebt, dass wenn zielgerichtet fraktionsübergreifend zusammengearbeitet wird, gute Ideen für unsere Stadt auch gegen Widerstände umgesetzt werden können. Das stimmt uns zuversichtlich für die Zukunft“, kommentierte Constance Kaiser das Zustandekommen der Entscheidung.

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