Grüne Schwarzwald-Baar-Kreis

Kommunale Kinder- und Jugendbeteiligung – wie soll das gehen?

 Seit Dezember 2015 gilt die reformierte Gemeindeordnung, die im § 41a die Kinder- und Jugendbeteiligung regelt. Zeit für den Ortsverband der GRÜNEN sich mit dieser Thematik näher zu befassen und zunächst bei einer neutralen Referentin Fakten zu hören, aber auch Erfahrungswerte. 

Angelika Barth ist bei der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg Referentin des Fachbereichs Jugend und Politik. Sie hat die Projektleitung der Workshopreihe „Beteiligungs-Dings“ zur kommunalen Kinder-und Jugendbeteiligung in Baden-Württemberg inne.

Ganz im Sinne der Beteiligung fing Barth mit einer Einstiegsfrage an die Anwesenden an: Wie stehen Sie zur Kinder- und Jugendbeteiligung, welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Das entstandene Bild war vielseitig und aufschlussreich, denn wie im Vortrag zu erfahren war, sind bei einem Beteiligungsprozess umfangreiche Vorüberlegungen anzustellen, im ersten Schritt die Frage: „Wer will was?“ – es müssen also klare Ziele entwickelt und formuliert werden.

Deutlich wurde auch, dass Kinder- und Jugendbeteiligung nicht ohne Ressourcen geht: Personal und Budget, also eine kontinuierliche hauptamtliche Begleitung ist von Nöten. Überraschend für die Zuhörerinnen und Zuhörer: Jede Gemeinde muss ihren eigenen Weg, ihre eigenen Formate finden. Das eine Modell muss nicht in der anderen Gemeinde auch funktionieren, sogar ein Mix scheint notwendig zu sein – wie es schon seit vielen Jahren die Stadt Weingarten in Oberschwaben und andere Kommunen tun.

In der anschließenden Diskussionsrunde wurde deutlich, dass sich die Jugend von heute sehr stark zur Jugendzeit der meisten Politikerinnen und Politiker von heute unterscheidet. Es gibt allgemein eine große Zufriedenheit, kaum Leidensdruck, kaum ein Grund auf die Straße zu gehen oder sich in Protestgruppen zusammenzuschließen, aktiv zu werden. Und dennoch formulierte es Barth so: „Jugendbeteiligung muss den Erwachsenen weh tun!“. Angesichts der bereits bestehenden Demokratieverdrossenheit waren sich alle Anwesenden einig, dass Kinder- und Jugendbeteiligung die große Chance birgt Begeisterung für Politik und Engagement zu wecken.

 

Weiterführende Informationen zur Kinder- und Jugendbeteiligung:

„Wenn Jugendliche sich als wirkungsvoll erleben, wenn sie erfahren, dass sie in ihrer Gemeinde ernst genommen und beteiligt werden, identifizieren sie sich mit ihrem Wohnort und mit der Demokratie und ihren Regeln.

Im neuen § 41 a der Gemeindeordnung ist seit Dezember 2015 festgelegt, dass Jugendliche an den Entscheidungen, die sie betreffen, beteiligt werden müssen und dass Kinder beteiligt werden sollen. Außerdem ist ein Rederecht und Antragsrecht im Gemeinderat vorzusehen.“

(Quelle: GAR – Grüne und Alternative in den Räten Baden-Württemberg - https://www.gar-bw.de/beteiligung-von-kindern-und-jugendlichen/ )

 

 

Referentin Angelika Barth von der LpB


Die nächsten Termine

 

19.10.2018, 19.30 Uhr

Ortsmitgliederversammlung Südbaar, Gasthof Adler, DS-Allmendshofen

 

22.10.2018, 19.30 Uhr

Zukunft der Landwirtschaft, St. Georgen

mit MdEP Heubuch und MdL Braun

 

09.11. - 11.11.2018 

Bundesdelegiertenkonferenz

in Leipzig

 

16.11.2018, 19 Uhr

Lärmbelastung durch Straßenverkehr - Lärmschutzbeauftragter Thomas Marwein (MdL) berichtet

Hüfingen Landgasthof Frank

 

30.11.2018, 19.30 Uhr

Kreismitgliederversammlung