Grüne Schwarzwald-Baar-Kreis

Gespräch mit Mdl Grath über " Land(wirt)schaft gestalten mit Messer und Gabel" am 24.07.18

 

Welchen Einfluss das Konsumverhalten auf die Lebensqualität vor Ort, auf Arbeitsplätze, auf die Umwelt und – den Bogen global gespannt – letztlich direkt auf den Klimawandel hat, dies zeigte Martin Grath aus Heidenheim, grüner Landtagkollege der heimischen Abgeordneten Martina Braun, auf. Er war der Einladung von Martina Braun gefolgt und bereiste einen ganzen Tag lang den Schwarzwald-Baar-Kreis, um über sein Schwerpunktthema, den Verbraucherschutz, zu referieren und ein offenes Ohr für die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger zu haben.

 

Der Titel der Abendveranstaltung „Land(wirt)schaft gestalten mit Messer und Gabel – wie Konsumenten und Landwirte von regionalen und ökologischen Lebensmitteln profitieren“ zog denn auch zahlreiche Interessierte in den Neuhausener „Engel“. „Wir entscheiden, wie die Landwirtschaft betrieben wird, welche Qualität unser Trinkwasser hat und wie die Landschaft aussieht“, machte der frühere Bäckermeister die Zusammenhänge deutlich und mahnte eine höhere Wertschätzung von Lebensmitteln und Landwirtschaft an. 90 Prozent des weltweiten Lebensmittelhandels würden von vier großen Konzernen betrieben. „Mit unserem Einkaufsverhalten bestimmen wir darüber, ob wir weiterhin Bäcker und Metzger vor Ort haben und darüber, ob die Region ohne Landwirtschaft nur noch aus Wald besteht.“ Der Bedeutung der Region maß Grath als Mitglied im Arbeitskreis Ländlicher Raum noch aus anderem Gesichtspunkt eine hohe Bedeutung bei: Eine attraktive Landschaft mit guter Kinderbetreuung und Bildungsstrukturen, aber auch schnellem digitalem Netz ziehe Familien an, wirke dem Bevölkerungsschwund in den Dörfern entgegen und sorge damit für eine größere Nachfrage, unter anderem auch in der Gastronomie. „Eine Win-Win-Situation für alle“, so Grath, der auch Verwaltungsrat der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg ist.

 

Noch aus einem weiteren Grund appellierten die beiden grünen Politiker, regional einzukaufen: Der drittgrößte Produzent von CO2 in der Welt sei die Lebensmittelverschwendung. Heißt: Die Überproduktion billiger Lebensmittel verursacht nicht nur wesentlich den Klimawandel mit, sondern entzieht der Bevölkerung in ärmeren Ländern die Lebensgrundlage. 50 % der Flüchtlingsbewegung, insbesondere vom afrikanischen Kontinent kommend, wird darauf zurückgeführt. „Wenn wir gerechter einkaufen, nehmen wir andern nicht die Existenz weg“, lautete ein Fazit des Abends. Noch ein weiteres:  Der Schwarzwald-Baar-Kreis mit 14,2 % landwirtschaftlich genutzter Fläche (9,3% sind es im Landesdurchschnitt) birgt ein hohes Potenzial für regionale Vermarktung. Eine höhere Nachfrage wirkte sich auch auf das höhere Preisniveau aus, allerdings würde in Hochverdienerland Baden-Württemberg eh deutlich weniger für Lebensmittel ausgegeben als deutschlandweit. Martina Braun verwies auf die Direktvermarkterbroschüre des Landratsamtes. Politisch weiter verfolgen möchte sie auch das große Thema Flächenverbrauch durch Gewerbe, insbesondere dann, wenn höhere Pachtzahlungen einer landwirtschaftlichen Nutzung entgegenstehen.

 

Martin Grath, Landtagskollege von unserer Abgeordneten Martina Braun aus dem Kreis Heidenheim, referierte zum Thema Verbraucherschutz. Es gab anschließend einen regen Austausch und für die Politiker die ein oder andere Aufgabe mit auf den Weg.


Die nächsten Termine

 

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22.10.2018, 19.30 Uhr

Zukunft der Landwirtschaft, St. Georgen

mit MdEP Heubuch und MdL Braun

 

09.11. - 11.11.2018 

Bundesdelegiertenkonferenz

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16.11.2018, 19 Uhr

Lärmbelastung durch Straßenverkehr - Lärmschutzbeauftragter Thomas Marwein (MdL) berichtet

Hüfingen Landgasthof Frank

 

30.11.2018, 19.30 Uhr

Kreismitgliederversammlung