Grüne Schwarzwald-Baar-Kreis

Besichtigung eines Geflügelhofs in Pfohren

Aufschlussreiche Besichtigung und Diskussion auf dem Geflügelhof Wolf in Pfohren

Der Ortsverband der GRÜNEN Südbaar wurden von Bernhard und Regina Wolf, Inhaber und Betreiber des Geflügelhofs Wolf zu einer Betriebsbesichtigung und Diskussion auf deren Betrieb am Ortsrand von Pfohren eingeladen. Die Familie Wolf ist vielen bekannt von ihrem Verkaufsstand auf den Wochenmärkten der Region.

 

Angefangen hat Bernhard Wolf im Nebenerwerb, lernte zunächst einen anderen Beruf und machte dann doch noch den Abschluss als Landwirtschaftsmeister. Jetzt hat er auf seinem Hof in vier Ställen insgesamt 5.000 Hennen, die rund 4.000 Eier pro Tag legen – in Bodenhaltung mit Auslauf. Nach 18 Legemonaten schlachtet und vermarktet Bernhard Wolf seine Tiere selbst – Eier und Fleisch bleiben in der Region, vor allem familiengeführte Edeka-Märkte nehmen seine Produkte sehr gerne.

Der ganz große Vorteil der Boden- und Stallhaltung ist laut Wolf, dass sie für ihre von außen gut aussehenden Tiere keine Medikamente benötigen, weder Antibiotika noch Entwurmungsarznei, lediglich Vitamine würden ab und zu zugefüttert. Die für die Menschen gefährlichen Salmonellen seien auf seinem Hof noch nie gefunden worden – und die Kontrollen bei Hühnerhaltung seien dicht und streng. Vor allem diese Vorteile haben Wolf in der Stallhaltung bestätigt, auch wenn der Kundenwunsch heute Freilandhaltung sei. Eine Herausforderung für seinen Betrieb sei auch die arrhythmische Nachfrage nach Eiern: Im Sommer, wenn es am meisten Eier gäbe, mag sie keiner, dafür vor Weihnachten.

Wolf, der sich selbst als leidenschaftlichen Landwirt bezeichnet und das Leben als Landwirt auf einem eigenen Hof auch als Privileg erlebt, schildert im Gespräch eine weitere Herausforderung:  Innerhalb von nur 10 Jahren hätten sich seine Kosten für die Pacht von rund 90 ha Land, die er für seinen Betrieb für die Futtermittelerzeugung braucht und auf denen er die Fruchtfolge einhält, mehr als verdoppelt. Einen Hauptgrund sieht Wolf in der Bevorzugung der Biogasanlagen. Michael Blaurock, Fraktionssprecher der GRÜNEN im Donaueschinger Stadtrat, macht aber auch den stetigen Flächenverbrauch dafür verantwortlich: ob für Neubaugebiete, Freizeitanlagen oder Straßenbau.

Landtagsabgeordnete Martina Braun bestätigt, dass das mit dem Biogas „in den vergangenen Jahren aus dem Ruder gelaufen“ sei. Biomasse trägt zwar auch zur Ablösung der treibhausschädlichen Kohleverstromung bei und hat den großen Vorteil, dass das Biogas gespeichert werden kann. Wenn aber Grünlandaufwuchs oder Getreide zur Gasgewinnung eingesetzt werden und die entstehende Wärme nicht genutzt wird, ist das kritisch zu betrachten. Braun schilderte vor Ort die leider nur schleppenden Veränderungen in der Agrarpolitik: so befürwortet die grün-schwarze Landesregierung die vom EU-Kommissar vorgeschlagene Kappung und Degression der Flächengelder, nach Braun hätten aber die Flächengelder aus der sogenannten Säule 1 komplett abgeschafft werden sollen.

 

 


Die nächsten Termine

 

19.10.2018, 19.30 Uhr

Ortsmitgliederversammlung Südbaar, Gasthof Adler, DS-Allmendshofen

 

22.10.2018, 19.30 Uhr

Zukunft der Landwirtschaft, St. Georgen

mit MdEP Heubuch und MdL Braun

 

09.11. - 11.11.2018 

Bundesdelegiertenkonferenz

in Leipzig

 

16.11.2018, 19 Uhr

Lärmbelastung durch Straßenverkehr - Lärmschutzbeauftragter Thomas Marwein (MdL) berichtet

Hüfingen Landgasthof Frank

 

30.11.2018, 19.30 Uhr

Kreismitgliederversammlung