22.11.19 Ortsmitgliederversammlung Südbaar / Stadtspaziergang mit Chris Kühn

Wie Klimaschutz unsere Mobilität verändert – Stadtexkursion und Bericht aus Berlin mit MdB Chris Kühn

Der GRÜNE Ortsverband Südbaar lud alle Interessierten am Freitag, den 22. November ab 16 Uhr zu einer Stadtexkursion in Donaueschingen unter dem Motto „Wie Klimaschutz unsere Mobilität verändert“ ein.

Bundestagsabgeordneter Chris Kühn empfiehlt Genossenschaftsform für Wohnanlagen


Beim Stadtspaziergang mit dem Bundestagsabgeordneten und bau- und wohnungspolitischen Sprecher der grünen Bundestagsfraktion, Chris Kühn, wurden unter der Führung der Donaueschinger Gemeinderäte Annie Bronner und Christian Kaiser mehrere Haltepunkte eingelegt:

Zunächst galt das Augenmerk dem öffentlichen Personennahverkehr, dem neuen Donaueschinger Stadtbus, der aktuell im Stadtverkehr mit günstigen 1,50 EUR-Tickets genutzt werden kann, WLAN inclusive.

Beim ehemaligen Lazarett, einem der ersten Konversionsgelände von Donaueschingen, konnten mit Verwaltungsbeirat Mark Sailer und Bewohner Johannes Schwab zahlreiche Informationen zur Situation von großen Wohnungseigentümergemeinschaften ausgetauscht werden.

Chris Kühn konnte in Aussicht stellen, dass beim WEG-Recht aktuell eine Novelle erarbeitet wird. Verwalter sollen einerseits gestärkt werden, andererseits mit einem Sachkundenachweis die nötige Qualifikation bekommen bzw. nachweisen.

Dringend notwendig wird auch in Donaueschingen die Absenkung der Quoren in der Eigentümerversammlung angesehen, so dass bauliche Veränderungen und Sanierungen besser vorangebracht werden können. Alternativ wäre bei der Gründung einer solchen Wohngemeinschaft eine Genossenschaft empfehlenswert, denn diese hat das Gesamtinteresse besser im Blick.

Die grünen Gemeinderäte wollen prüfen, wie sie diese Anregung für das neue Konversionsgelände in das weitere Vorgehen einbringen können.

Mark Sailer und Johannes Schwab sind beim Lazarett nach wie vor begeistert davon, dass dort eine kleinteilige Durchmischung von Wohnen und Gewerbe möglich ist. Neue Arbeitsmodelle wie Homeoffice nehmen eher zu als ab, dabei ist es entscheidend, dass es sich um nicht störendes Gewerbe handelt, denn Lärm und andere Emissionen sind in Wohngebieten natürlich störend.

Eine weitere Station des Stadtspaziergangs war das Mehrgenerationenhaus. Dort empfingen die Leiterin Martina Ott sowie die Ehrenamtlichen Viola Kaesmacher und Elisabeth Blaurock die Gruppe. Ott schilderte die Herausforderungen für sie als 60%-Kraft und die Situation mit Vierjahresförderungen.

Als Herzstück bezeichnete sie den offenen Treff, der dreimal die Woche mit einem günstigen Mittagstisch aber ohne Konsumzwang stattfindet. In den Räumlichkeiten können WLAN und Zeitungen kostenlos genutzt werden, das Angebot richtet sich an alle Generationen.

Hinzu kommen Selbsthilfegruppen, Renten- und Elternberatung, Krabbel- und Stillgruppe, Strickcafé, Mundarttreff und der wöchentliche Tafelladen. Viola Kaesmacher bietet einen Schreibservice an, vereinzelt finden Vorträge statt.

MdB Chris Kühn konnte berichten, dass im Bundestag alle Fraktionen die großartige Leistung der 540 Mehrgenerationenhäuser in ganz Deutschland sehen und in weiten Bereichen der Wille dafür da ist, das Programm fortzuführen und den Förderzeitraum möglicherweise auch auf sechs Jahre auszudehnen. Jedoch schilderte er auch, dass das Angebot der Mehrgenerationenhäuser als ein kommunales Angebot gesehen wird und daher auch die Kommunen weiterhin gefordert seien.

In der anschließenden Ortsmitgliederversammlung berichtete Kühn von aktuellen Themen aus Berlin und auch von seinem erfolgreichen Antrag auf dem grünen Bundesparteitag zum Thema „Recht auf Wohnen“. Deutliche Kritik gab es am Klimapaket der großen Koalition, die mit diesen Maßnahmen die Klimaziele 2030 nicht erreichen wird. Selbst die deutsche Wirtschaft äußerte deutliche Kritik an dem Paket. Die Aufgabe der GRÜNEN sei es nun, so Kühn, dass Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit nicht gegenseitig ausgespielt würden. Aus der Bevölkerung gebe es umfassenden Rückhalt, weil die Notwendigkeit zum Klimaschutz verstanden würde.

Zwei neue grüne Ortsvorstände gewählt:

Außer der Reihe standen Vorstandswahlen an, da Andreas Olivier und Renate Heinrich aus persönlichen Gründen vorzeitig das Amt aufgaben. Mit großer Zustimmung wurden Johannes Schwab und Viola Kaesmacher in das Gremium nachgewählt, so dass wieder ein vierköpfiger Vorstand besteht. Die beiden hatten sich mit viel Ideen und Know-how im Kommunalwahlkampf für die grüne Liste in Donaueschingen eingebracht. 

 

Fotos (chronologisch):

Stadtbus“: Gemeinderätin Annie Bronner und Christian Kaiser (von links) führten MdB Chris Kühn (rechts) das Donaueschinger Stadtbuskonzept vor.

Lazarett“: MdB Chris Kühn (dritter von links), Gemeinderätin Annie Bronner (Mitte) und Christian Kaiser (hinten) sowie weitere Interessenten ließen sich vom Verwaltungsbeirat des ehemaligen Lazaretts Mark Sailer sowie dem Bewohner und Sprachschulleiter Johannes Schwab die Besonderheiten dieser großen Eigentümergemeinschaft und frühen Donaueschinger Konversionsprojekts erläutern.

Mehrgenerationenhaus“: MdB Chris Kühn (vierter von links) informierte sich gemeinsam mit dem grünen Ortsverband Südbaar im Mehrgenerationenhaus bei Leiterin Martina Ott (dritte von rechts) über diese generationenübergreifende Einrichtung mit Bundesförderung.

OMV“: MdB Chris Kühn (dritter von rechts) freute sich bei der Mitgliederversammlung des Ortsverbandes Südbaar über Neu- und Gründungsmitglieder: Anton Weber (links) ist vor kurzem als 16-jähriger Schüler Mitglied geworden, Gründungsmitglied Walter Rau (zweiter von rechts) aus Bräunlingen ist nach 40 Jahren Mitgliedschaft immer noch aktives Mitglied und Beirat im Ortsvorstand, Ortsvorstand und Kreisrätin Maren Ott (Mitte) freut sich gemeinsam mit Peter Albert (rechts) über zwei neue Vorstandsmitglieder: Johannes Schwab (vierter von rechts) und Viola Kaesmacher (zweite von rechts). 

40 Jahre Grüne im SBK

Bilder von der Jubiläumsfeier