Am 16.05. in Donaueschingen: Diskussion mit Gemeinderatskandidat*innen über Nachhaltigkeit

 

Wie nachhaltig werden im Donaueschinger Gemeinderat Projekte zu Themen wie 

Energie – Naturschutz - Flächensparen – Wald - Gewässer

diskutiert und realisiert?

 

Die Umweltgruppe Südbaar (UGS) hat am vergangenen Donnerstag die für den Gemeinderat kandidierenden Parteien zu einer Podiumsdiskussion über Umweltthemen eingeladen.

Dabei wurde ein neues Veranstaltungsformat gewählt: die rund 50 Besucher und Podiumsteilnehmer diskutierten zuerst an 4 Thementischen zu vorgegebenen umweltbezogenen Themen: Energie, Naturschutz, Flächenverbrauch und Wald zusammen mit Gewässern.

Ein fachkundiger Moderator steuerte an jedem Tisch die Diskussion, und aus den Gruppen heraus wurden Fragen an die Kandidaten formuliert.

In der zweiten Phase moderierte Karin Nagel von der evangelischen Erwachsenenbildung das Podium, auf dem Berthold Wagner (FDP/FW), Tobias Mauz (GUB), Annie Bronner (GRÜNE), Marcus Greiner (CDU) und Peter Rögele (SPD) die Positionen ihrer Listen vertraten.

Aus dem Publikum heraus wurden die vorbereiteten Fragen gestellt.

Beim Thema Flächenverbrauch sprachen sich alle Kandidaten für einen sparsameren Umgang mit Bauflächen aus. Im Konflikt mit dem Anliegen, möglichst viele Firmen anzusiedeln und Bauherren zu gewinnen, traten aber unterschiedliche Akzente hervor. Aus dem Publikum heraus wurde das Problem der Konkurrenz zwischen Gemeinden thematisiert, das letztlich zu einer Erpressbarkeit führen könne. Annie Bronner (GRÜNE) sprach sich dafür aus, von ansiedlungswilligen Firmen u.a. mehrstöckige Bauweisen einzufordern. Auch Mobilitätskonzepte wünscht sie sich von den Firmen, um den Pendlerverkehr umweltschonender abzuwickeln.

Peter Rögele (SPD) bedauerte, wie schwierig es sei, Baulücken zu mobilisieren. Die Eigentümer wollten Bauplätze für ihre Nachkommen vorhalten, auch wenn diese nicht daran dächten, ins Dorf zurückzukommen.

Beim Thema Naturschutz wurde gefragt, was die Gemeinderatskandidaten für Ideen hätten, um bei den Bürgern Kenntnisse und Verständnis für die Natur zu wecken. Berthold Wagner (FDP/FW) setzt dabei auf die Vorbildfunktion: wenn Eltern wollen, dass Ihre Kinder sich umweltfreundlich fortbewegen, müssen sie selbst mit dem Fahrrad fahren. Auch engagierte Lehrer spielten da eine wichtige Rolle. Ronny Kreidemeier von der UGS wünschte sich naturnäheres „Straßenbegleitgrün“. Insbesondere entlang der Dürrheimer Straße gebe es da großes Potenzial.

Bei der Energie ging es natürlich auch um die Windkraft auf der Länge. Ein Zuhörer stellte die Effizienz der Windkraft in Frage und riet zu Wasserkraft und anderen Energieformen. Dem trat Marcus Greiner (CDU) entgegen: Windkraft und Solarenergie seien die einzigen regenerativen Energieformen mit erheblichem Zuwachspotenzial. Ohne sie sei die Energiewende nicht zu schaffen. Damit sprach er auch den anderen Podiumsteilnehmern aus dem Herzen. Peter Rögele brachte es auf den Punkt: die Energiewende könne nur mit einem Mix an Energieträgern und Sparmaßnahmen gelingen.

Zum Thema Wald kam aus dem Publikum die Frage, ob die Kandidaten einen höheren Nachhaltigkeitstandard als das bestehende PEFC-Siegel anstreben würden. Solche Standards wie „FSC“, „Naturwald“ oder das „Alt- und Totholzkonzept“ fordern jeweils die Stilllegung von 2-5 % des Waldes, um auch Altholzbewohnenden Tieren Lebensraum zu bieten. Marcus Greiner wollte das nicht zusagen, ohne die exakten wirtschaftlichen Auswirkungen durch geringeren Holzverkauf und erhöhten Aufwand zu kennen. Tobias Mauz (GUB) dagegen sah sogar wirtschaftliche Chancen bei einem höheren Standard wie FSC. Solches Holz erziele spürbar höhere Preise.

Auch nach Ende des Podiums diskutierten Kandidaten und Bürger in Kleingruppen noch lange weiter, und die Umweltgruppe Südbaar freute sich über die gelungene Veranstaltung.

Die nächsten Termine

 

04.07.19 Niedereschach, Café "Bantle", 19.30 Uhr, Wahlkampfnachlese

12.07.19 St. Georgen, Hotel Federwerk, Kreismitgliederversammlung