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Leserbrief / PM zur Nachfolge des 9 EUR-Tickets

Dienstwagenprivileg reduzieren und weiter günstige ÖPNV-Tickets anbieten sowie in den Ausbau des ÖPNV investieren - Grüne fordern Nachfolge des 9-Euro-Tickets

 

Das 9-Euro-Ticket ist ein riesiger Erfolg. Aber wie soll es weitergehen? Der Bundesvorstand der Grünen hat jetzt ein Eckpunktepapier vorgelegt, dem sich auch Maren Ott, grüne Kreisrätin im Schwarzwald-Baar-Kreis, anschließt.

 

"Über 30 Millionen zusätzlich verkaufte Tickets sprechen für sich: Das 9-Euro-Ticket ist ein riesiger Erfolg. Erste Auswertungen legen zudem nahe, dass durch das 9-Euro-Ticket tatsächlich Menschen vom Auto auf Bus und Bahn umgestiegen sind, es also positive Effekte auch fürs Klima gibt", so die grüne Kreisrätin. Weil die Grünen als Teil der Bundesregierung die Klimaziele auch im Verkehrssektor einhalten wollen, dürften jetzt nicht bis zu einer Anschlusslösung wertvolle Monate verstreichen, sondern müsse nahtlos eine Folgelösung her, betont Ott.

 

Der Vorschlag: Ein 29-Euro-Ticket, das mindestens landesweit gilt, und ein 49-Euro-Ticket für die ganze Republik. Finanziert werden soll es, so der grüne Vorschlag, über den Abbau des Dienstwagenprivilegs. Das soll künftig stärker vom CO2-Ausstoß der Fahrzeuge abhängen, die daraus resultierenden Mehreinnahmen für Bund und Länder könnten nahtlos in die Finanzierung der günstigen Tickets fließen. „Damit schaffen wir eine verkehrspolitische Maßnahme mit Breitenwirkung, die einen wirksamen Anreiz zum Klimaschutz setzt“, sagt Maren Ott.

 

„Aber günstige Tickets sind nur eine Seite der Medaille. Denn wahr ist auch: Wenn wir der aktuellen Nachfrage dauerhaft begegnen wollen, müssen die Verkehrsunternehmen und Aufgabenträger finanziell in der Lage sein, in den Erhalt und in den Ausbau zu investieren sowie die gestiegenen Personal- und Energiekosten abzubilden. Gerade bei uns im ländlichen Raum, wird zu Recht erwartet, dass ein bezahlbares Ticket auch mit den entsprechenden Anschlüssen und Taktungen im ÖPNV einhergeht. Wir müssen jetzt in den Ausbau von Bus und Bahn investieren, auch in die Multimodalität, also die Vernetzung mit Carsharing, Leih-Pedelecs und E-Scooter. Deshalb unterstütze ich die Bemühungen unseres Landesverkehrsministers Winfried Hermann, die Regionalisierungsmittel des Bundes entsprechend dem Koalitionsvertrag zu erhöhen.“


Der sich im Entwurf befindliche Haushaltsplan des Bundes für das kommende Jahr gehöre daher dringend überarbeitet. „Eine echte Verkehrswende kann nur gelingen, wenn sich die Menschen auf günstige und qualitativ hochwertige Verkehrsangebote dauerhaft verlassen können. In den Ausbau des Angebots muss weiter investiert werden. Ein Stundentakt, wie wir ihn in vielen Regionen des Schwarzwald-Baar-Kreises haben, reicht einfach nicht aus.“

 

Das 9-Euro-Ticket biete viele Vorteile, aber zwei seien zentral. "Erstens: Es ist günstig und macht den Umstieg vom Auto auf die Bahn gerade für Pendlerinnen und Pendler attraktiv. Zweitens: es durchbricht den Tarifdschungel und macht Bahnfahren einfach wie nie.  An beide Erfolge sollten wir anschließen: das eine tun, das andere nicht lassen“, so die grüne Kreisrätin.

 

Maren Ott

Kreisrätin im Kreistag des Schwarzwald-Baar-Kreises

Fraktion Bündnis 90 / Die GRÜNEN

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