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Grüne Staatssekretärin Sandra Boser (MdL) zu Gast bei den Mitgliedern im Landkreis

Lernplattform hat oberste Priorität

 

Die Digitalisierung in den Schulen und wie Corona bedingte Lerndefizite aufgeholt werden können – dies waren die beherrschenden Themen der Kreisgrünen im öffentlichen Austausch mit Sandra Boser, der Staatssekretärin mit Kabinettsrang im grün geführten Kultusministerium. Als maßgeblich Mitwirkende am Koalitionsvertrag hatte die Wolfacher Landtagsabgeordnete verbindliche Antworten parat auf die vielfältigen Fragen nicht nur der Parteimitglieder, insbesondere auch auf jene, die aus den Reihen verschiedener Lehrerkollegien und Schulleitungen im Kreis kamen.

„Ich nehme Ihre Anliegen mit und kümmere mich“, sicherte Boser zu. Weitaus mehr als die Beschaffung von Tablets und Beamer hängt an der mit dringlichsten Aufgabe des Kultusministeriums: der Digitalisierung der Schulen.

„Wir brauchen den digitalen Hausmeister in allen Schulen“, fasste Martina Braun (MdL) am Schluss der Diskussionsrunde zusammen, was die Regierungspartner in ihrem Vertragswerk auch so vorgesehen haben.

„Und das vor Ort, nicht durch einen Support irgendwo“, konkretisierte Simon Rott, Lehrer am Triberger Gymnasium. Dessen Schulleiter Oliver Kiefer forderte in aller Deutlichkeit: „Mit nur zwei Deputat-Stunden wie in der Vergangenheit geht das nicht. Da braucht es richtig viel mehr. Es kann nicht länger sein, dass Kolleginnen und Kollegen 60, 70 Wochenstunden dauerhaft stemmen, damit das digitale System überhaupt funktioniert.“

Laut Boser, die aus zwei Legislaturen als Vorsitzende des Arbeitskreises Bildung und bildungspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion, schon zehn Jahre Erfahrung in der Bildungspolitik mitbringt ist für das Kultusministerium aktuell die Hauptherausforderung, Lernplattformen bis nach den Sommerferien neu aufzusetzen. Bekanntlich gibt es bislang keine datenschutzkonforme, landesweit nutzbare modulare Bildungsplattform. Deshalb arbeitet das Kultusministerium in diesen ersten Wochen der neuen Legislatur mit Hochdruck genau daran - unter Einbeziehung der Expertise aus der Praxis und mit Blick auf das, was es vor Ort schon gibt.

„Und dann müssen wir – gleich wichtig - ein Konzept hinbekommen, womit die Lernlücken aufgeholt werden können“, betonte Sandra Boser. Dass dies nicht allein in den Sommerferien passieren kann, sondern in das nächste Schuljahr hineinreichen muss, gilt als gewiss. Der Mutter von schulpflichtigen Kindern ist es dabei wichtig, die „Kinder und Jugendlichen auch emotional zu fördern. Sie haben genug mitgemacht und tun es noch immer“, so Boser.

Bei all der durchaus gerechtfertigten Fokussierung auf die Digitalisierung die Pädagogik nicht aus dem Blick zu verlieren, mahnte Andrea Müller-Janson, Kreiskassiererin, aber auch pensionierte Schulleiterin und zuletzt im Staatlichen Schulamt Donaueschingen verantwortlich für die Lehrerfortbildung. Sie lenkte die Diskussion dann auch auf wichtige Themen wie Lehrerfortbildung, Zwei-Pädagogen-Prinzip bei der Inklusion, die sozialindexbasierte Lehrerzuweisung aufgrund der Schüler*innenstruktur sowie die Bereiche Sport, Kunst und Musik. Die Zusammenarbeit mit dem unabhängigen wissenschaftlichen Beirat – als Bindeglied zu Wissenschaft und Praxis – sowie Qualität in der Bildung waren weitere Themen

Und: Auf die Situation in den beruflichen Schulen wurde selbstredend auch ein Blick geworfen. „Ich blicke hoffnungsvoll in die Zukunft“, betonte Matthias Ziegler, Leiter der DRK-Landesschule, und wurde dabei von dem Kinzigtäler Unternehmer Karl-Heinz Trick unterstützt, den die Perspektive auf Besserung in der schulischen Ausbildung seiner Lehrlinge beruhigte.

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