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Chancen der Digitalisierung erörtert

Bundestagsabgeordneter Tobias Bacherle informiert sich bei SECANDA AG zu neuesten technologischen Entwicklung

Foto: Tarek Musleh

Villingen-Schwenningen. Chancen der Digitalisierung standen im Mittelpunkt des Arbeitsbesuchs von Tobias Bacherle (MdB Bündnis90/Die Grünen) bei der SECANDA AG.

 

Bacherle vertritt den Wahlkreis Böblingen als Abgeordneter, gleichzeitig hat er die Funktion als Betreuungsabgeordneter für den Schwarzwald-Baar-Kreis übernommen. In dieser Funktion hatte ihn der Grünen-Kreisverband in die Region eingeladen. SECANDA-Vorstand Gerson Riesle erläuterte dem Obmann der Grünen im Bundestagsausschuss für Digitales die Entwicklung der SECANDA AG, vormals InterCard AG Kartensysteme: „Aus dem damaligen start-up für Magnetstreifenkarten ist mittlerweile ein fokussierter Technologie-Konzern mit mehr als 160 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern entstanden, der Bildungseinrichtungen, Unternehmen, Kliniken und Behörden bei der Digitalisierung der Prozesse gesamtheitlich unterstützt.“

 

Der Abgeordnete zeigte sich vom Lösungsangebot und dem hohen Datenschutz-Level von SECANDA beeindruckt. Denn einerseits sei die Digitalisierung in praktisch allen Bereich unverzichtbar, „gleichzeitig wollen wir aber auch nicht, dass die Bürger sich überall ausweisen und Daten preisgeben müssen.“ Bei SECANDA mit mehr als zwei Millionen aktiven Kunden insbesondere im Hochschulumfeld laufen natürlich detaillierte Informationen auf, denn anders sei das bequeme Nutzen und Bezahlen der zahlreichen Dienstleistungen von der Mensa bis zum Vending-Automaten, vom Kopieren bis zur Medienausleihe oder von der Nutzung von Parkplatz, Fahrradbox oder Schließfach nicht möglich, so Riesle. „Aber wir verkaufen keinerlei Daten, das ist nicht unser Geschäftsmodell.“

 

Einig waren sich Bacherle und Riesle, dass die digitale Infrastruktur nicht noch mehr von einigen wenigen Konzernen dominiert werden dürfe, sondern den –noch- zahlreichen regionalen und mittelständischen Anbietern konkreter Handlungsspielraum eröffnet werden müsse. In diesem Zusammenhang betonte Riesle, dass es zum Beispiel im Bildungsbereich sowohl sinnvolle als auch hinreichend dotierte Digitalisierungsprojekte gebe, die aber häufig von den Institutionen aus Personalmangel nicht umgesetzt werden. „Hier wünsche ich mir, dass die Politik viel nachdrücklicher validiert und künftige Programme entsprechend weiterentwickelt.“

 

Erfreut nahm Bacherle zur Kenntnis, dass SECNDA die Erschwernisse durch die Pandemie gut bewältigt hat, da das Unternehmen zuvor bereits Home-Office angeboten hatte. Zudem habe die starke Position in der Schweiz geholfen, so Riesle, „denn während wir in Deutschland in der Pandemie kaum Ansprechpartner finden konnten, haben die Bildungseinrichtungen in Schweiz die leeren Unis genutzt, um die Digitalisierung stark voranzutreiben.“ So konnten Umsatzeinbußen hierzulande kompensiert werden. „Es hat sich allerdings deutlich gezeigt, dass andernorts die Digitalisierung deutlich nachdrücklicher umgesetzt wird als in Deutschland“ stellte Riesle fest.

 

Bacherle dankte für die Einblicke und teilte die Ansicht, dass Fördermittel effizienter eingesetzt werden müssen, auch wenn natürlich ein Projekt auch einmal scheitern dürfe. Er bat um weiterhin engen Austausch, denn die Politik sei auf den Input der Experten in den Unternehmen angewiesen. Das gelte über technische Fragen hinaus auch bei Ideen gegen den Fachkräftemangel und weitere Herausforderungen: „Wenn der Digitalisierungs-Mittelstand für eine Strategie Rückenwind benötigt freue ich mich über Hinweise, denn wir benötigen Digitalisierungskompetenz vor Ort und dürfen nicht alles den Top Five überlassen.“

 

mit freundlicher Genehmigung von Stefan Preuss, Schwarzwälder Bote

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