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07.03.2021 Verkehrsminister Winfried Hermann zu Gast bei Martina Braun

Am Sonntag, 7. März 2021, ab 11 Uhr, war Winfried Hermann MdL online zu Gast bei der Landtagsabgeordneten Martina Braun im Wahlkreis Villingen-Schwenningen.

„Und alles bleibt anders“: Verkehrsminister Winfried Hermann zu Gast bei Martina Braun

 

Als Kind der 1950er Jahre erlebte er die erste Verkehrswende mit, heute ist er Verkehrsminister von Baden-Württemberg: Winfried Hermann stellte im gemeinsamen Online-Gespräch mit der Wahlkreisabgeordneten Martina Braun sein Buch vor, ‚Und alles bleibt anders: Meine kleine Geschichte der Mobilität‘. Hermanns Autobiographie ist darin verwoben mit Gedanken über Fortbewegung und den Mobilitätswandel im Land. Wie unterhaltsam das sein kann, merkte das Publikum während der Lesung und dem Gespräch mit Braun.

 

In unmittelbarer Nähe eines Bahnhofes aufgewachsen, war Winfried Hermann die Eisenbahn wichtig, aber es fuhren auch noch Pferde- und Ochsengespanne durch seinen Ort. Dass er später dann als junger Mann ein ‚Autofreak‘ war, gibt der in Rottenburg am Neckar geborene Politiker gerne zu. Sein Buch ist eine Zeitreise in die Vergangenheit, aber auch die Zukunft der Mobilität, denn das letzte Kapitel heißt ‚Stuttgart 51‘.

 

Die historische Einordnung bestärkte Braun in ihrer Ansicht, dass eine neue Mobilitätswende nötig sei: „Nur so können wir die Belastungen aus dem Verkehr reduzieren, den Klimaschutz voranbringen und gleichzeitig die Mobilitätsbedürfnisse der Menschen und Unternehmen im Land befriedigen.“ Braun und Hermann blickten hierbei auf das ambitionierte Ziel zur Einsparung von CO2-Emissionen, etwa im Klimaschutzgesetz des Landes. Der Verkehrsminister nahm sein Ressort in die Pflicht: „Verkehr ist ein wesentlicher Verursacher von klimaschädlichem CO2. Wir müssen verstärkt auf umweltfreundliche Verkehrsmittel – den so genannten Umweltverbund – umsteigen, den Verkehr insgesamt reduzieren und eine Antriebswende im Autoverkehr schaffen.“ In diesem Kontext würde sich laut Braun ein Besuch der Hochschule in Furtwangen anbieten, an der es mehrere Forschungsprojekte zur Mobilität im ländlichen Raum und zur Digitalisierung der Mobilität gebe. Perspektivisch möchte Hermann, sobald es die Pandemie-Lage wieder zulässt, die Hochschule dazu besuchen und sich mit Forschenden austauschen.

 

Das Ziel der beiden: Baden-Württemberg soll vom Automobilland Nr. 1 zum ökologisch nachhaltigen und ökonomisch erfolgreichen Mobilitätsland Nr. 1 werden. Das bedeutet auch die langfristige Sicherung von Arbeitsplätzen. Hermann und Braun versichern, dass die Grünen im Land den Strategiedialog Automobilwirtschaft fortsetzen, der alle Akteure einbindet.

 

Angeregte Gespräche gab es auch beim Thema Mobilität im ländlichen Raum. Allen Teilnehmehmenden war klar, dass ein Mobilitätsmix aus PKW, Rad- und Fußverkehr, ÖPNV und mehr angestrebt werden müsse. „Dabei unterstützt das Land die Kommunen, gerade auch im ländlichen Raum“, betonte Hermann. Dass dort nicht komplett auf das eigene Auto verzichtet werden könne, gestand Hermann ein. Für ihn ist klar, dass „das Grüne Ziel eine Mobilitätsgarantie ist: Jeder Ort im Land soll an allen Tagen der Woche von früh bis spät mindestens im Stundentakt mit dem ÖPNV angebunden werden.“ Braun verwies auf eine Änderung der Landesverfassung aus dem Jahr 2015. In Artikel 3a heißt es: ‚Der Staat fördert gleichwertige Lebensverhältnisse, Infrastrukturen und Arbeitsbedingungen im gesamten Land.‘ „Daran will ich weiterarbeiten, gerne auch direkt im Verkehrsausschuss des Landtages“, so Braun.

 

Hermann wollte von den Teilnehmenden zudem wissen, welche weiteren Mobilitätsthemen sie vor Ort beschäftigen. Aus den Reihen des Publikums kamen Fragen zu Tarifen und Taktungen, Fahrradmitnahme im ÖPNV, Elektrifizierung von Bahnstrecken und Erweiterung des Ringzuges nach St. Georgen oder die Gäubahn. Ausführlich und aufschlussreich antwortete der Verkehrsminister, der seit 10 Jahren im Amt ist. Braun ergänzte: „Die Elektrifizierung von Bahnstrecken ist ein wichtiges Ziel, auch von uns Grünen im Kreistag. Gerade die Strecke Villingen-Rottweil sollte so schnell wie möglich elektrifiziert werden. Die Elektrifizierung der Höllentalbahn Ost ist erfreulicherweise bereits fertiggestellt und verbindet das Oberzentrum Villingen-Schwenningen mit Freiburg.“ Auch die Gäubahn sei ein großes Anliegen von Hermann und Braun: „Die Achse Zürich-Stuttgart wurde jahrelang durch den Bund vernachlässigt. Das Land hat da gehandelt und die Machbarkeitsstudie für Neigetechnikzüge erstellen lassen, weil der Bund nicht aktiv wurde. Auch den Einsatz von Nahverkehrstickets auf der Gäubahn in den IC-Zügen hat das Land erst möglich gemacht.“

 

Abschließend las Hermann noch einen Teil des Kapitels „Omnibus heißt: Für alle – Die Wiederentdeckung der Öffentlichen“ vor. Einig waren sich die Teilnehmenden, dass die Online-Lesung neugierig auf das Buch und das Thema Mobilität gemacht hat. Winfried Hermann scheint mit seinem Buchtitel jedenfalls Recht zu behalten: ‚Und alles bleibt anders‘.

 

 

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